Die Reiseapotheke gehört sicher zu denjenigen Themen, die uns im Vorfeld mit Abstand am meisten beschäftigt haben. Erstens als Individualtouristen, zweitens als Elternzeitreisende mit Kleinkind. Schließlich lauert im Hinterkopf immer die Angst, nicht richtig auf alles, was kommt, vorbereitet zu sein – gleichzeitig wissen wir, dass man sich gar nicht auf alles vorbereiten kann.

Zunächst mal ist natürlich alles halb so wild. Wer sich auf gängigen Touristenrouten bewegt, muss eigentlich nirgendwo auf der Welt Angst haben und ist medizinisch meistens ausreichend versorgt. Kinder sind außerdem meistens widerstandsfähiger, als wir Eltern denken – Theo hat seinen Infekt in Hanoi auch entsprechend tapfer durchgestandenGefährlicher als die Keime ist da schon eher die Sonne – dazu später mehr.

Was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich sind Reisen oft eine körperliche Belastung: Nicht Jede(r) wird ohne weiteres fertig mit langen Fahrten in wackeligen Bussen und Booten, mit ungewohntem Essen, tropischer Hitze und Feuchtigkeit, sowie den zuweilen schwierigen hygienischen Bedingungen. Daneben gibt es noch all die fiesen kleinen und großen Verletzungen, die man sich bei Outdoor-Aktivitäten oder im exotischen Kochkurs ebenso zuziehen kann wie im heimischen Haushalt.

Bei den Vorbereitungen auf Tropenreisen stößt man schnell auf Krankheiten wie Malaria und Denguefieber. Alles keine schönen Vorstellungen – besonders mit Kleinkind im Gepäck! Da man gegen Tropenkrankheiten meistens nicht impfen kann, hilft nur konsequente Prävention. Erstens: Gebiete mit erhöhter Gefährdung meiden – Informationen hierzu bietet das deutsche Tropeninstitut oder das Auswärtigen Amt. Zweitens: für effektiven Mückenschutz sorgen – schließlich werden Tropenkrankheiten meist durch Insekten übertragen.

Ein wieder anderes Problem sind Hitze und Feuchtigkeit. Gegen Sonnenstiche etc. müssen sich Reisende ohnehin wappnen. Bei Kindern, die noch gewickelt werden, tritt ein weiteres Problem auf: Der Schweiß im Windelbereich kann die Haut reizen und zu Pils, im Extremfall auch zu Windeldermatitis führen.

Aber auch gegen ganz “gewöhnliche” Kinderkrankheiten wie Fieber, Durchfall usw. will man unterwegs halbwegs vorbereitet sein.

In drei Schritten zur Reiseapotheke

Unsere Devise lautete: Das Nötigste mitnehmen – aber auch nur das Nötigste. Was natürlich die Frage aufwirft: Was ist eigentlich nötig? Wir haben uns unserer Packliste in drei Schritten genähert.

Als ersten Schritt sind wir im Internet Dutzende von Packlisten zum Reisen mit Kleinkindern durchgegangen. Unter allen Reiseapotheken, die wir fanden, suchten wir dabei den gemeinsam Nenner gesucht: Welche Fälle sollen jeweils abgedeckt werden?

In einem zweiten Schritt haben wir alle Fälle aufgelistet, die unserer Erfahrung nach auch zu Hause passieren und für die wir auf der Reise gewappnet sein wollen, z. B. Pseudokrupp, etc.

Der dritte Schritt war natürlich der Besuch beim Kinderarzt, ausgerüstet mit den Listen aus Schritt 1 und 2. Von Breitbandantibiotika, die viele Reiseblogger empfehlen, hat er uns eher abgeraten. Erstens können wir als medizinische Laien kaum abschätzen, wann ein Kleinkind wieviel Antibiotika kriegen soll, zweitens müssen wir im Ernstfall sowieso einen Arzt vor Ort aufsuchen, der dann oft sehr viel spezifischere (und wirksamere) Antibiotika verschreiben kann. Für diesen Ernstfall (z. B. Fieberkrampf, Windeldermatitis) brauchen wir also vor allem konkrete Verhaltensregeln sowie Medikamente, mit denen wir die Zeit bis zum Arzt / Krankenhaus überbrücken können.

Richtig vorbeugen

Wenn es um Gesundheit geht, ist Prävention immer die halbe Miete. Erst recht auf Reisen. Dazu gehört natürlich auch der Abschluss einer ausreichenden Reisekrankenversicherung.

Vor unserer Abreise hatten wir mit Theo gerade die regulären Impfungen bis zur U6-Untersuchung abgeschlossen. Zudem konnten wir zum Glück noch eine Hepatitis-Impfung unterbringen, auf die man nicht verzichten sollte. Bei der Auswahl unserer Reiseziele haben wir sichergestellt, dass das Malariarisiko verschwindend gering bleibt (hier hat das deutsche Tropeninstitut aktuelle Informationen, ebenso wie das Auswärtige Amt). Außerdem spielte natürlich die medizinische Versorgung eine wesentliche Rolle. Und wo medizinische Infrastruktur ist, da bekommt man auch ohne Schwierigkeiten weitere Medikamente.

Ein ordentlicher Mückenschutz ist die entscheidende Vorsorge gegen Tropenkrankheiten. Zum Mückenschutz gehören Maßnahmen wie:

  • Klimaanlage aufdrehen (Mücken fliegen ungern vom Warmen ins Kalte)
  • Mückennetz aufspannen,
  • bei Dämmerung drinnen sein,
  • ggf. langärmlige, ausreichend dicke Kleidung anziehen,

aber natürlich auch ein geeigneter Abwehrstoff. Richtig effektiv hilft nur Mückenmittel mit DEET. Insektensprays werden zwar meistens auch vor Ort verkauft, dann hat man es aber meist schwerer, die Inhaltsstoffe in Erfahrung zu bringen. Darum empfiehlt es sich grundsätzlich, das eigene Spray von zu Hause mitbringen. Für kleine Kinder ist DEET aber nicht unbedingt geeignet, da es auch Allergien auslösen kann. Ein Mückenschutzmittel mit einer pflanzlichen Basis (Citridiol), das Kinder problemlos vertragen, ist Antibrumm Naturel, das offiziell ab einem Jahr zugelassen ist (nicht zu verwechseln mit anderen Artikeln wie Antibrumm Forte, die ganz andere Wirkstoffe enthalten!) Dieses Mittel hat allerdings einen ziemlich strengen Eigengeruch – möge er alle Stechmücken vergraulen!

Zum Sonnenschutz gehört natürlich vor allem eine geeignete Kleidung (z. B. Badeanzug mit UV-Schutz). Sonnencreme ist in Tourismusgebieten bekanntlich astronomisch teuer. Es lohnt sich also, große Vorräte mitzunehmen (oder im Zweifelsfall wegzuwerfen). Da Sonnencremes mit chemischen Filtern Allergien auslösen können, sind Cremes mit mineralischen Filtern für kleine Kinder die bessere Wahl. Eine solche hautverträgliche Sonnencreme hatten wir auch für Theo dabei. Falls der Sonnenbrand doch noch zuschlägt, hilft Aloe Vera Creme.

Zwei wichtige Hinweise zur Anwendung von Mückenspray und Sonnencreme bei Kleinkindern müssen wir noch loswerden:

  • Babys und Kleinkinder haben im Vergleich zu ihrem Körper eine wesentlich größere Hautoberfläche als Erwachsene und nehmen deswegen wesentlich mehr Wirkstoffe auf. Darum sollten Sonnencreme und Mückenspray nie großflächig angewendet, sondern vielmehr durch lange Kleidung, Kopfbedeckung etc. ergänzt werden.
  • Nichts auf die Hände auftragen! Sonst wird Alles bei nächster Gelegenheit in die Augen gerieben oder in den Mund gesteckt…

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Apotheke: Allgemein

Apotheke: Eltern

Apotheke: Kleinkind

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Was muss in diese Reiseapotheke noch rein und was kann raus? Schreibt es uns einfach in die Kommentare!

 

* Anmerkung: Für Käufe, die über Affiliate Links zustande kommen, bekommen wir eine kleine Provision. Dadurch ändert sich aber der Verkaufspreis für Euch nicht.

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