Nach unserer Landung in Bangkok haben wir über eine Woche Strandurlaub auf Ko Chang gemacht, einer touristisch bestens erschlossenen Ferieninsel im thailändischen Golf. Ko Chang heißt „Elefanteninsel“: Von oben betrachtet, hat die Insel in etwa die Form eines Elefanten.

In diesem Artikel findet Ihr die Informationen, die Ihr braucht, um die Insel (nicht nur) mit Kleinkind zu bereisen.

Anreise

Ko Chang ist von Bangkok aus relativ schnell zu erreichen und von daher gut als Einstieg für die Familientour geeignet. Die Insel liegt im Grenzgebiet zu Kambodscha. Die Fähre legt ca. 20 km von der Provinzhauptstadt Trat entfernt ab. Von Bangkok nach Trat kommt man mit dem Taxi (ca. 4500 THB VHB*), mit dem Flugzeug oder mit dem Bus. Die letzte Variante, die natürlich am preiswertesten ausfällt (480 THB für 2 Personen), haben wir gewählt. Die Busfahrt dauert ca. sechs Stunden und ist auch mit Kleinkind noch halbwegs erträglich – so lange man nicht auf die dumme Idee kommt, die Toilette zu benutzen. Mühsam fanden wir nur, dass es keine Pause gab. Die Buslinie 999 fährt direkt zum Pier. Wer mit dem Flugzeug oder einem anderen Bus anreist, muss sich dagegen von Trat aus ein Taxi zum Pier besorgen.

Die Fähre kostet 180 THB pro Person, die letzte Fähre legt täglich um 15 Uhr ab. Am Pier in Ko Chang teilt man sich am besten mit anderen Reisenden ein Taxi zum Zielort.

Abfahrt

Man kann Ko Chang natürlich auf demselben Weg wieder verlassen. Vor Ort haben wir aber auch gecharterte Busreisen gefunden, die uns für 500 THB p.P. in die Innenstadt von Bangkok zurück bringen. Das ist nicht viel teurer als unsere Anreise, zumal das Pickup-Taxi auf Ko Chang und die Fähre im Preis bereits enthalten sind. Zudem reist man im klimatisierten Bus übers Land. Diesen Luxus haben wir uns natürlich gegönnt. Möglicherweise gibt es auch für die Anreise vergleichbare Angebote, die wir nur nicht gefunden haben.

Da Ko Chang nicht weit von der Grenze nach Kambodscha liegt, werden hier auch Busreisen nach Siam Reap angeboten, die nicht viel teurer sind als die Strecke nach Bangkok – ideal für eine Rundreise durch die Region.

Strände

Der Spaßfaktor auf Ko Chang hängt ganz erheblich davon ab, auf welchem Strand man die Zelte aufschlägt. Den sog. Lonely Beach, der in Wahrheit als die Partymeile der Insel gilt, haben wir gleich ausgelassen. Der Bailan Beach ist eher klein und unspektakulär, das chillige Lisca Beach Restaurant dort ist aber einen Besuch wert. Am White Sand Beach fielen uns die Strandverkäufer etwas auf die Nerven. Für den Kai Bae Beach haben wir uns v.a. wegen der vielen Schatten spendenden Bäume auf der Südseite entschieden.

Parallel zu den Stränden erstrecken sich die jeweils gleichnamigen Ortschaften, wo man Lokale, Obststände, Tourenanbieter, Supermärkte, Geldautomaten usw. findet. Eine umfassende Beschreibung aller Strände bietet der Ko Chang Guide.

Infrastruktur

Eine Rundstraße führt an der Küste entlang fast um die gesamte Insel. Die Taxis nehmen offiziell Festpreise, nur sehr selten gibt es Verhandlungsspielraum (“But yesterday I payed only…!”).

Beliebt sind aber auch die Motorroller, die man für die eigene Erkundungstour mieten kann. Sinnvoll ist das v.a., wenn man keine Unterkunft in Strandnähe hat. Freunde des Motorsports kommen bei den teilweise extremen Kurven und Steigungen sicher auf ihre Kosten. Als Anfänger mit Kleinkind im Gepäck haben wir uns den Rausch auf zwei Rädern aber nicht zugetraut.

Einkaufen / Babybedarf

Für den täglichen Bedarf stehen an den meisten Stränden ein 7/11-Läden bzw ein Supermarkt (Tesco) mit einer kleineren Auswahl an Produkten zur Verfügung, sowie ein größerer BigC Markt in der Nähe von White Sand Beach.

An Babybedarf bieten diese Märkte Feuchttücher und Windeln verschiedener Größe an, wobei Höschenwindeln deutlich häufiger zu bekommen sind als zip-Windeln. Einweg-Wickelunterlagen und Windelcreme haben wir nicht gesehen. Wie an den meisten südländischen Ferienorten üblich, spotten die Preise für Sonnencreme jeder Beschreibung. Gläschennahrung haben wir noch nicht gefunden und Milchpulver gab es nur von uns unbekannten Marken.

Übernachtung

Pauschaltouristen erwartet eine Auswahl mehr oder weniger luxuriöser Hotels und Ferienresorts. Das Bungalow ist dagegen die preiswertere, aber immer noch stilvolle Alternative, die wir auch gewählt haben. Viele Unterkünfte sind weder bei booking.com, noch bei agoda angemeldet. Wer übers Internet keine Bleibe findet, hat also immer noch gute Chancen vor Ort – jedenfalls außerhalb der thailändischen Ferienzeiten, denn Ko Chang ist auch unter Thais ein beliebtes Reiseziel.
Bungalow auf Koh Chang

Die ersten zwei Tage waren wir im St. Tropez Resort am Bailan Beach untergebracht. Die Abkühlung im Pool hat Theo mit einem lauten Kampfschrei gefeiert. Es gibt Zimmer mit Klimaanlage schon für 1000 THB, allerdings keine Moskitonetze. Danach zogen wir weiter zu…

Porn’s Bungalows

Porn’s Bungalows liegen am südlichsten Strandabschnitt des Kai Bae Beach. Von dem aparten Namen darf man sich nicht irritieren lassen. In Thailand scheint es sich um einen gewöhnlichen Rufnamen zu handeln, der auch einem Vorbesitzer hier gehörte.

Der größte Vorteil zuerst: Für den Bau der Bungalows wurde kein Wald gerodet. Das sorgt nicht nur für eine charmant naturverbundene Optik (viele Hütten sind um die Laubbäume herum gebaut), sondern vor allem für ungewöhnlich viel Schatten in der Anlage und am Strand. Theo hat sich in der langen Zeit, die er draußen (“dauß!”) herumlaufen konnte, keinen einzigen Sonnenbrand geholt. (Hitzepickel sind aber nochmal ein anderes Kapitel…)

Unser vergleichsweise geräumiges Bungalow kostete schlappe 800 THB, zum Strand waren es zwanzig Schritte. Mit zur Anlage gehören zwei Massagestationen mit Meeresrauschen, sowie das relaxte Restaurant mit Meerblick.

In Porn’s Bungalows kann man kein Zimmer vorbuchen, nicht einmal vor Ort und schon gar nicht im Internet. Alle leben hier entspannt in den Tag hinein, auch die Betreiberinnen. Man muss hingehen und sich (am besten am späten Vormittag) erkundigen, ob heute jemand beschlossen hat, auszuchecken. Das macht den Aufenthalt natürlich etwas schwer planbar. Für uns hatte es aber den großen Vorteil, dass wir nicht festlegen mussten, wie lange wir bleiben wollen, sondern einfach von Tag zu Tag verlängern konnten.

Unser Bungalow hat Theo genug Platz geboten, um sich auch mal drinnen auszutoben. Gekühlt wird per Ventilator, sauber machen muss man selbst.

Medizinische Versorgung

In den meisten Ortschaften gibt es eine “clinic” genannte medizinische Versorgungsstation. Als Florian sich am Strand einen breiten Schnitt am Fuß zuzog, riet uns ein ortsansässiger Landsmann aber nachdrücklich, lieber die private International Clinic in der Nähe des White Sand Beach aufzusuchen.

Dort muss man an einer etwas frostigen Empfangsdame vorbei und zahlt allein für die erste Arztvisite 4.000 THB. Der hyiegenische Standard und die medizinische Versorgung waren, soweit wir das beurteilen konnten, einwandfrei.

Aktivitäten

Ko Chang bietet alles, was zu einer zünftigen Ferieninsel gehört: Bootsausflüge zu den Nachbarinseln, Kajak, Schnorcheln und vieles mehr. An Land ist von Kochkursen über Thai-Boxen bis zum Schießstand alles dabei. Vom Elefantenreiten sollte man aber aus Tierschutzgründen Abstand nehmen. Die Preise sind weitgehend einheitlich – lange Schnäppchenjagd ist also überflüssig. Während man eine Stunde astreine Thai Massage überall zum Spottpreis von 250 THB (ca. 7 €) bekommt, fällt die Session im Gym mit 300 THB (ca. 8 €) ziemlich teuer aus.

Gut gefallen hat uns die eintägige Insel-Rundtour im Taxi, zu der u.a. ein Besuch im lauschigen Mangrovenwald und beim eindrucksvollen Klong Plu Wasserfall (Badesachen mitnehmen!) gehören. Sehr sehenswert! Theo konnten wir bei unwegsamem Gelände nur im Tragetuch transportieren. Der Buggy kann also gleich zu Hause bleiben. Feste Schuhe sind zu empfehlen, genau wie Snacks und ausreichend Wasser. Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur wenige auf dem Weg.

Essen

Das Essen ist so vielfältig wie die Urlauber: Neben der thailändischen Straßenküche findet man auch Burgerläden, bayerische Biergärten, vegane Eisdielen, Pizzerien u.v.m. Warme Mahlzeiten sind schon ab 50 THB zu bekommen; mehr als 300 THB sollte man im Normalfall nicht ausgeben. Dem etwas billigeren Obst aus dem Supermarkt haben wir die Obststände bei weitem vorgezogen. Alles ohne Gewürze hat Theo problemlos vertragen. Für Kleinkinder gut geeignet ist z. B. Pineapplerice mit Hühnchen.

Unbedingt empfehlen können wir die frisch gemixten Frucht Shakes beim Obststand, sowie die lecker marinierten Grillhähnchen.

Fazit

Wir haben die zehn Tage auf Ko Chang sehr genossen und sind dort gleich zu Beginn unserer Reise tief ins Urlaubsfeeling eingetaucht.

 

* Alle Preise sind auf dem Stand von 2017. Keine Gewähr!

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