Hopkins ist ein verschlafenes Dorf an der Küste von Belize. Hier gehen die Uhren noch langsamer. Auch wenn der Tourismus inzwischen ein einträgliches Geschäft bedeutet, prägt die gemächliche Ruhe des alten Fischerdorfs nach wie vor das Bild. Die Unterkünfte stehen zwischen Privathäusern, Touristen und Locals leben quasi Tür an Tür. Das Gefühl, in einer abgeschotteten “Wagenburg” zu leben, das uns im Urlaub manchmal stört, kommt hier eher nicht auf.

Nach Hopkins kommen wir für mehrere Tage Strandurlaub – mit Kleinkind immer die beste Wahl. Theo tobt mit einheimischen Kindern durch den Sand, Kreischen und bunte Bälle sind in diesem Alter genug Verständigungsbasis.

In Hopkins leben viele Menschen aus der Volksgruppe der Garifuna. Die Garifuna stammen aus der Karibik und sind aus der Mischung zwischen karibischen Ureinwohnern und schwarzafrikanischen Arbeitssklaven hervorgegangen. Viele Garifuna in Hopkins sind heute im Geschäft mit dem Tourismus aktiv.

Strand

Der Strand ist großflächig mit Palmen bewachsen, die viel Schatten spenden. Ein unschätzbarer Vorteil, gerade für Kleinkinder, die Ermahnungen, nicht in der Sonne zu bleiben, gerne mal überhören. Leider wurden zumindest in unserem Abschnitt die Kokosnüsse nicht geschnitten (anders als etwa letztes Jahr auf Ko Chang), so dass alle Tage mal ein mehrere Kilo schwerer Brocken in den Sand plumpst. Nicht ganz ungefährlich.

Das Meer ist sehr lange flach, für Kinder also ganz gut geeignet. Ein Nachteil ist allerdings das Seegras, das diesen Teil der Küste ebenso heimsucht wie Tulum weiter im Norden. Nach einigen Metern im Wasser hat man es aber hinter sich gelassen.

Wie an jedem Gewässer gibt es zur Dämmerungszeit regelmäßig Besuch von Mücken.

Unterkunft

Am nördlichen und südlichen Ende des Strandes liegen die teureren Unterkünfte. Bungalows für Selbstversorger mit eigener Kochnische findet man eher auf der nördlichen Seite, Ferienresorts eher auf der südlichen. Da es nicht übermäßig viele Bungalows gibt, ist eine Buchung mindestens eine Woche im Vorfeld sinnvoll.

Richtiges Karibik-Feeling kommt natürlich erst auf, wenn man direkt am Strand wohnt. Dachten wir uns und buchten die Sandpiper Cabins, die wir bei Air b’n b fanden. Sie haben einen unschlagbaren Blick von der Terrasse aufs Meer. Mit im Preis ist eine Klimaanlage, die wir durch den frischen Wind vom Meer her aber kaum gebraucht haben.

Deutlich nobler und gepflegter (sicher auch teurer) wohnt man etwas südlicher am Strand bei Coconut Row, wo auch Touren in die Umgebung, sowie Golfcarts zur Vermietung angeboten werden. Die Budget-Variante stellt dagegen das Funky Dodo Hostel gleich dahinter dar (andere Straßenseite).

Wie generell in Belize, haben wir bei Air b’n b deutlich mehr Unterkünfte gefunden als über Agoda oder Booking.com.

Das muss jetzt sein: Drei Tage Sonne 🌞 und Strand. Mindestens 😎😎. Nach einer langen, strapazierenden Busfahrt 🚌 im #chickenbus sind wir an der nächsten Station unserer #Reise durch #Belize angekommen: #Hopkins, ein verschlafenes Dörfchen am Meer. „Chickenbusse“ sind ausrangierte Schulbusse, die noch munter durch #Lateinamerika kurven. Stellt Euch einfach Hühner auf einer Stange vor (in meinem Fall: mit SEHR langen Beinen…) Hier der Blick aus unserem #Bungalow, das wir uns zum Glück schnappen konnten. (Sandpiper Cabins). Theo: „Sand!“. Ich: „Hängematte! Wifi!“ Theo: „Viele Meer!“ Eine sanfte Brise weht über den Strand, das #Meer rauscht, alles ist friedlich. So kann’s erst mal bleiben… ❤❤❤ #elternzeitreise #reisenmitkleinkind #reisenmitkindern #familytravel #familytravelblog #goexploring #wanderlust #travel #Beach #beachlife #palmen #ferien #urlaub #urlaubsreif #entspannen #relax #sonneundmeer #blauerhimmel #küste

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Essen

Über den ganzen Ort verteilt gibt es kleinere Lokale, die von Einheimischen geführt werden – auch am Strand. Zum Standardrepertoire gehören Fisch oder Hühnchen mit Bohnen und Reis, die Gerichte liegen zwischen 8-12 Belize-$ (Stand: April 2018). Wegen der Nähe zum Meer ist der Fisch sehr zu empfehlen.

“Gehobenere” Gaststätten werden meist von Ausländern geführt, unser Tipp für richtig tolle Küche ist das Gecko. Besonders stimmungsvoll ist die Driftwood Bar & Pizza Shack direkt am Strand. Hier gibt es abends ab und zu Livemusik mit traditionellen Instrumenten der Garifuna. Theo war ganz aus dem Häuschen und hat einen unvergesslichen Abend lang im Sand getanzt. Gegenüber unserer Unterkunft gab es zum Glück Eiscreme (NiceCream).

Aktivitäten

Die Kultur der Garifuna wird in Hopkins durch kleinere Workshops vermittelt. Palmento Grove – Cultural & Fishing Lodge bietet Fischerei-Ausflüge, Kochkurse und vieles mehr. Florian hat z. B. die Gelegenheit für eine Stunde Trommelunterricht genutzt. Die Unterrichtsstunde wurde übrigens ziemlich plötzlich auf den nächsten Tag verschoben, es lohnt sich also, etwas Zeit mitzubringen.

Heute hatte ich Zeit für eine Std Unterricht in #Garifuna #Drums. Yeah. #Reisen ist immer eine Gelegenheit, was Neues auszuprobieren – und es lohnt sich jedesmal. (Wird Zeit, dass ich zurück nach Bali komme, meine Gamelan Skills sind ziemlich eingerostet…) Wann habt Ihr auf Reisen zuletzt was Neues oder Fremdes ausprobiert? Es erweitert einfach total den #Horizont – nach außen (was gibt es alles) und nach innen (was interessiert mich und was kann ich?) Theo hat auch zuerst etwas mitgetrommelt, machte es sich dann aber beim Zeichentrickfilm bequem. #wiederwasgelernt #Drum #trommel #percussion #music #musik #horizonterweitern #hopkins #belize #zentralamerika #elternzeitreise #culture #kultur #travelkids #travel #travelblogger #familytravelblog

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Vor der Küste von Belize liegt das zweitgrößte Riff der Welt – eine unschätzbare Gelegenheit zum Tauchen und Schnorcheln. Es gibt kaum Schalter, an denen Touren angeboten werden, stattdessen wendet man sich am besten an Betreiber der eigenen Unterkunft. Die Preise variieren je nach Größe der Boote. Die Begriffe “half day tour“ und „full day tour“, die im Umlauf sind, führen etwas in die Irre, am besten ist es, sich einfach genau zu erkundigen, was gemacht wird und wie lange es konkret dauert.

Anne ist Schnorchlerin aus Leidenschaft. Sie kam mit dem festen Vorsatz nach Hopkins, mindestens einen Tag aufs Meer zu fahren und das Riff zu sehen. Sie musste sich erst eine ganze Weile durchfragen, um herauszubekommen, wer eine Tour unternimmt. Die Tour, die wir dann gebucht haben, wurde jedoch zweimal wegen schlechtem Wetter abgesagt. Zum Glück hat uns am letzten Tag in Hopkins ein Tour Guide direkt am Strand angesprochen.

Der gute Mann nennt sich Captain Ash und wir empfehlen ihn uneingeschränkt (hier geht’s zu seiner Facebook-Seite). Er fährt sehr umsichtig, kennt das Riff wie seine Westentasche und kennt anscheinend alle Fische persönlich mit Vornamen, soviel weiß er über sie zu erzählen. Man kann ihn privat chartern (auch zum Fischen), z. B. für Familien mit älteren Kindern oder kleine Gruppen.

Die Bootsfahrt zum Riff dauert etwa 40 Minuten; Taucher und Schnorchler fahren zum selben Spot. Auf einer kleinen Insel am Riff gab es zu Mittag Obst; man kann dort wohl auch übernachten (Pelikan Beach Resort)

Ach ja: Und es war wirklich atemberaubend! Eine phantastische Unterwasserlandschaft und zum Glück noch vollständig intakt – mehr dazu vielleicht später in einem eigenen Blogartikel…

Infrastruktur

Hopkins besteht im Grunde aus einer langen, gepflasterten Hauptstraße (und einigen Nebenstraßen) parallel zum Strand. Laufen ist in der Tageshitze ziemlich unangenehm, Taxis nehmen einen Einheitspreis (5 Belize-$ p. P., Stand April 2018). Mehrere Unterkünfte verleihen Fahrräder (oder sogar Golfcarts, s. o.).

An der Hauptstraße liegen auch die wichtigsten Einrichtungen, z. B. der größere  Supermarkt im südlichen Ortsteil. Snacks und Babybedarf werden aber auch von den kleineren Läden an der Straße angeboten. Etwas weiter nördlich davon ist eine Wäscherei; das Funky Dodo wäscht für eigene Gäste aber auch gegen einen Aufpreis.

Zudem verfügt Hopkins über eine eigene Bücherei, die auch Reiseführer im Angebot hat. Gleich daneben liegt ein Spielplatz, der sich in der prallen Sonne aber ziemlich stark aufheizt. Beide befinden sich an der Hauptstraße, etwa in der Mitte des Orts.

Der einzige Geldautomat, den wir gefunden haben, ist neben der Polizei an der Kreuzung zwischen der Hauptstraße und der Hopkins Street.

An- und Abfahrt

Da Hopkins im südlichen Teil des Landes liegt und Taxis teuer sind, führt der Weg hierher eigentlich nur über den Bus. Der Ort liegt in der Nähe des Southern High Way zwischen Placencia und Dangriga. Morgens und mittags gibt es eine Busverbindung nach Dangriga, von wo aus man überall hin umsteigen kann. Die genauen Uhrzeiten scheinen sich immer wieder zu ändern, die Leute vor Ort wissen aber immer zuverlässig Bescheid.

Alternativ kann man auch an der Kreuzung zwischen der Fernstraße und der etwa 7 km langen Straße nach Hopkins aus- oder einsteigen (“Hopkins Junction”, das Personal im Bus weiß Bescheid). Von hier nach Hopkins kommt man per Anhalter oder mit dem Taxi. Wir waren jedenfalls auf eine lange Suche nach einer Mitfahrgelegenheit eingestellt, mitten in der brennenden Sonne. Tatsächlich kam das erste Taxi dann schon nach nicht mal einer Minute vorbei. (Preis s.o.)

Fazit

Ein paar Tage Ruhe und Frieden finden sich Hopkins für Jeden. Weiter südlich in Placencia (wo wir nicht waren) gibt es auch viel Gelegenheit für Tauch- und Schnorchelausflüge. Dort sind die Preise und Touristenzahlen vermutlich höher – was nicht heißt, dass Hopkins ein “Schnäppchen” wäre. Vier bis fünf Tage reichen jedenfalls völlig aus, um den Ort kennenzulernen und etwas zu entspannen.

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